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Band
5
Donald
Meltzer und Meg Harris Williams
Die
Wahrnehmung von Schönheit
Der
ästhetische Konflikt in Entwicklung und Kunst
Aus
dem Englischen von Elisabeth Vorspohl
316
Seiten · Broschur
€ 22,– / sFr 38,60
ISBN
3-89295-767-3
Bestellung: Brandes
und Apsel Verlag |

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Donald
Meltzer konfrontiert uns in diesem Buch mit grundlegenden Veränderungen
der psychoanalytischen Metatheorie in bezug auf die Frage nach
dem Ursprung des Psychischen. Mit der Geburt gerät das
Neugeborene insofern in einen ästhetischen Konflikt, als es mit dem überwältigenden
Eindruck des primären Objekts und gleichzeitig mit dessen rätselhaften
Inneren konfrontiert ist. Dieser Umstand hat gravierende
Folgen für die Theorie der psychischen Destruktivität und führt
zur Ablehnung der klassischen Auffassung des Todestriebes.
Meltzer setzt an den Anfang der Entwicklung statt der
paranoid-schizoiden Position einen fundamental depressiven
Schmerz über die Unerträglichkeit der Schönheit des
Objekts, was eine Umkehrung kleinianischer Prämissen
bedeutet. Erst die Akzeptanz des ästhetischen Konflikts setzt
den Mechanismus der projektiven Identifizierung in Gang. Es
ist das Rätsel der mütterlichen Innenwelt, der
leidenschaftliche Wunsch das ästhetische Objekt zu
„erkennen“, die gleichzeitige Aktivierung von Liebe, Hass
und dem Verlangen zu verstehen, welche Entwicklung anstößt
und Kreativität ermöglicht. Der Angriff der Perversität auf
die Ästhetik des Objekts äußert sich nicht nur in
offenkundigen Gewaltausbrüchen, sondern auch in den vielfältigen
Formen der Vulgarisierung des Geschmacks. Insofern enthält
Meltzers Buch mit seinen zahlreichen verblüffenden
Fallgeschichten nicht nur entscheidende Anregungen für die
klinische Praxis und das Verständnis sozialer Phänomene,
sondern erweitert auch den Bereich der Kunstrezeption um einen
neuen Aspekt.
‘"The Apprehension of Beauty" comprises in a nutshell the Meltzerian
innovations in psychoanalytic thought, in particular his application of
Bion’s theory of the apprehension aroused by the “new idea” as pointing
specifically to the “mystery” at the nucleus of the “aesthetic
conflict”. The book, assembled by two pairs of hands, reviews various
aspects of the aesthetic conflict, alternating clinical essays and
those of literary criticism, serving to demonstrate how the process set
in motion in analysis and in the coming to fruition of an art work are
essentially one.’
Sandra Gosso, Specialist in Psychology of art, researcher at the Department of Philosophy, University of Pisa
Inhalt
1.
Die Wahrnehmung von Schönheit
2.
Ästhetischer Konflikt: seine Rolle in der Entwicklung
3.
Über erste Eindrücke
4.
Über ästhetische Reziprozität
5.
Die Rolle des Vaters in der frühen Entwicklung
6.
Das Problem der Gewalt
7.
Das unentdeckte Land: die Form des ästhetischen Konflikts in
Hamlet (M. H. Williams)
8.
Der ästhetische Konflikt im analytischen Prozeß
9.
Das Zurückweichen vor dem ästhetischen Konflikt: Zynismus,
Perversion und die Vulgarisierung des Geschmacks
10.
Wiedergewinn des ästhetischen Objekts
11.
Festhalten des Traumes: über die Würdigung des Ästhetischen
(M. H. Williams)
12.
Die Schatten in der Höhle und die Schrift an der Wand
Anhang
I: Die gesellschaftliche Grundlage der Kunst: ein Dialog mit
Adrian Stokes (1963)
Anhang
II: Geistlosigkeit – die Beziehung zwischen Psychosomatik,
Hyperaktivität und Halluzinose in der Entwicklung
Donald Meltzer (1923
- 2004) zählt zu den Klassikern der postkleinianischen
Psychoanalyse. Enge Zusammenarbeit mit Wilfred R. Bion, Roger
Money-Kyrle und Esther Bick. Er unterrichtete an der
Tavistock-Klinik und war ein gefragter Supervisor in vielen
Ländern Europas und Lateinamerikas.
Meg Harris
Williams, Jg. 1951,
Schriftstellerin und Künstlerin, langjährige
psychoanalytische Ausbildung. Zahlreiche Publikationen, u.a.
zu Milton, Keats und Shakespeare.
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